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ZAUBERKRÄUTER             BLOG

 

Naturkosmetik, Kräuter & Räuchern

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Samhain - keltisches Neujahr

Aktualisiert: 2. Nov.

Die Tage werden kürzer, die Nächte länger. Die dunkle Jahreszeit bringt besondere Magie mit sich. Zu Samhain verschwimmen die Grenzen zwischen irdischer und mystischer Welt.



Der keltische Jahreskreis: 4 Sonnen- und 4 Mondfeste

Es werden insgesamt acht Jahreskreisfeste gefeiert. Vier davon sind Mondfeste, die anderen vier sind Sonnenfeste. Mondfeste sind flexibel und folgen dem Rhythmus des Mondes. Die Sonnenfeste orientieren nach dem Stand der Sonne und haben einen fixen Termin.


Samhain ist ein Mondfest. Orientiert man sich nach dem Mondzyklus, kann es zeitlich variieren. Es wurde zwischen Herbst-Tag-und-Nachtgleiche und Wintersonnenwende am 11. Schwarzmond des Jahres vermutlich drei Tage lang gefeiert. Ein Schwarzmond ist die Zeit zum Neumond bzw. der Moment davor, wenn fast kein Mond am Himmel zu sehen ist.


Heute wird es zumeist aber in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert. Tage, die wir auch als Halloween und Allerheiligen kennen und die noch immer die Themen von Samhain verkörpern.


Samhain und seine Geschichte - das ursprüngliche Halloween

Samhain gilt wohl als DAS Fest der Jahreskreisfeste und wird schon in sehr alten irischen Schriften erwähnt.


Die Kelten lebten zur Eisenzeit im heutigen Irland, Schottland und England. Schon vor tausenden Jahren wurde dort mit Samhain der Vorgänger des späteren Halloweens gefeiert.


Durch die Christianisierung wurde Samhain zu All Hallow's Eve und All Hallow's Day, auch All Saint's Day (Allerheiligen) genannt, um die Heiligen der Kirche zu verehren.


Da das Tor zur anderen Welt zu Samhain offen steht und man glaubte, dass die Geister der Toten zu dieser Zeit zur Erde zurückkehrten, fürchtete man auch, dass übernatürliche Kräfte Ärger machen würden. Also versuchte man sie mit Opfergaben zu besänftigen. Man verkleidete sich, um sich vor den übernatürlichen Wesen zu verstecken und spielte sich auch gegenseitig Streiche und schob es auf Feen und Kobolde.


Diese Bräuche kennen wir heute auch heute noch zu Halloween mit schaurigen und lustigen Halloweenkostümen und dem Motto Trick or Treat.



Das Ende des Sommers ist das keltische Neujahr

Der Begriff Samhain (altirisch Samain) - gesprochen Sawuin - stammt aus dem Irischen und bedeutet soviel wie Ende des Sommers.


Samhain ist ein Schwellenfest, Winter und Sommer begegnen sich, die warme, helle Jahreshälfte ist vorbei und die kalte, dunkle Jahreszeit beginnt.


Es ist nach Lughnasadh und Mabon das letzte der drei Erntedankfeste und gilt als das keltische Neujahr, mit ihm beginnt der Jahreskreis wieder von vorne. Somit sind die Hauptthemen, die Samhain begleiten Tod und Wiedergeburt. Heute noch sind diese Themen zu Allerheiligen präsent.



Magie und Mystik

Die Legende besagt, dass zu Samhain das Tor zur anderen Welt offen steht. Man glaubte, dass die Welt der Götter zu dieser Zeit für die Menschen sichtbar war. Die Geister der Toten kehrten auf die Erde zurück. Man glaubte auch, dass Feen und andere übernatürliche Wesen durch das geöffnete Tor zu Samhain die menschliche Welt betreten konnten.


Die Schwelle zwischen Herbst und Winter ist auch heute noch eine magische Zeit und lädt ein, uns von Natur und Mystik verzaubern zu lassen.





Pflanzen zu Samhain

Samhain gilt als das letzte der drei Erntedankfeste des Jahreskreises. Bereits zu Lughnasadh im August und Mabon im September wurde der Natur und den Götterm für die reiche Ernte gedankt. Mit Samhain wird der Winter eingeläutet und die Ernte- und Sammelzeit ist nun abgeschlossen.


Haselnüsse gehörten zu den letzten Früchten, die noch gesammelt wurden. Sehr passend zu dieser Zeit, denn der Haselstrauch galt als Vermittler zwischen Diesseits und Jenseits.


Das letzte Kraut, das gesammelt wurde, war der bittere Beifuß, ansonsten galten die Pflanzen nun als puka (nicht mehr für die Menschen verwendbar). Nur die Mistel, die sich nicht mit dem Boden verbindet, war ausgenommen, schreibt der Ethnobotaniker W.D. Storl.





Púca

Púca sind Gestalten aus der keltischen Mythologie. Sie gelten als Geister oder Kobolde, die aber als Gestaltenwechsler verschiedene Formen annehmen können, besonders gerne die von Tieren.


Púca ist Irisch für Geist, Puca Altenglisch/Angelsächsich für Kobold. Auch die Sagengestalt Puk aus dem deutschsprachigen Raum wird mit ihnen in Verbindung gebracht.


Die Púca sollen besonders zu der Zeit um Samhain erscheinen. Die Legende besagt, dass Púca als Tier immer mit dunklem Fell auftreten, besonders gern als schwarzes Pony. Auch sollen sie die menschliche Sprache beherrschen und die Menschen so vor Unheil warnen können und ihnen Rat erteilen.


Nach der letzten Ernte zu Samhain gehört alles, was auf den Feldern, Wiesen und Sträuchern verbleibt ihnen - deswegen gilt es als puka und somit für die Menschen nicht mehr genießbar und soll nicht mehr von ihnen geerntet bzw. gesammelt werden.




Rituale zu Samhain

Zu Samhain entzündeten die keltischen Priester, die Druiden große Feuer. Es wurden Opfergaben in Form von Ernte und Tieren dargebracht und im Feuer verbrannt.


Die Kelten löschten vor Beginn der Feierlichkeiten all ihre Herdfeuer, um sie später vom heiligen Freudenfeuer der Druiden neu zu entzünden.


Alle Jahreskreisfeste symbolisieren den Beginn eines neuen Abschnitts und ladenn zum Loslassen ein. Doch keines steht sosehr für Erneuerung wie Samhain, das Fest, das den Beginn des neuen Jahreskreises markiert.


Diese Symbolik können wir uns auch im klein und fein mit alltagstauglichen Ritualem zu Samhain nach Hause holen.


  • Räuchern

Das Räuchern mit Kräutern und Harzen ist zu jedem Jahreskreisfest ein schönes Ritual, aber zum Schwellenfest Samhain besonders wichtig. Das Räuchern hilft, zu reinigen und somit am Beginn des neuen Jahreskreises Platz für Neues zu machen. Es kann auch helfen, loszulassen und den Schwellenübertritt zu erleichtern.


Beifuß passt als Räucherkrut sehr gut in diese Zeit. Er ist eine der letzten Pflanzen, die zu Samhain noch geerntet werden und gilt als magische Pflanze. Bei Räucherungen gilt er als Schutzpflanze, verleiht darüber hinaus Kraft, bringt uns ins Hier und Jetzt und soll Hellsichtigkeit unterstützen.


Gut passt auch der Rosmarin. Er wirkt reinigend, gibt er Kraft, kann beim Loslassen helfen und gilt ebenfalls als Schutzpflanze.


Besonder schön und symbolträchtig ist das Räuchern mit einem selbst gebundenen Räucherbündel.