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ZAUBERKRÄUTER             BLOG

 

Naturkosmetik, Kräuter & Räuchern

Von der Theorie bis zum fertigen Naturkosmetik-Produkt, von magischen Räucher-Traditionen bis hin zu selbst gemachtem Räucherwerk und vielem mehr - entdeckt hier meine liebsten Rezepte und Wissenswertes zu den Themen:

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Medizinfrauen, Kräuterkundige und Heilerinnen

Aktualisiert: 6. März

Seit jeher teilen kräuterkundige und weise Frauen ihr Wissen. Ich möchte den Weltfrauentag zum Anlass nehmen, ein paar dieser beeindruckenden Kräuterfrauen vorzustellen.

Frauen haben mit ihrem Wissen schon immer eine zentrale Rolle in der Kräuterkunde gespielt. Von Nonnen bis zu Abenteurerinnen und Schamaninnen, mutige Kräuterfrauen rund um die Welt haben Konventionen gebrochen, ihre Begabungen geteilt und wertvolles Kräuterwissen weitergebeben.


Es folgen Portraits solcher beeindruckender Frauen aus verschiedenen Ländern. Einige Namen werden manchen bereits ein Begriff sein, doch andere Pionierinnen der Kräuter- und Naturheilkunde und ihre faszinierenden Geschichten werden sie vielleicht ganz neu entdecken.

Beeindruckende Kräuterfrauen aus aller Welt: María Sabina, Emma Dupree, Keewaydinoquay Peschel, Dr. Gladys McGarey, Maria Treben.
Beeindruckende Kräuterfrauen aus aller Welt: María Sabina, Emma Dupree, Keewaydinoquay Peschel, Dr. Gladys McGarey, Maria Treben.

Hildegard von Bingen (1098-1197)

Sie ist wahrscheinlich die bekannteste Kräuterkundige der westlichen Welt. Hildegard von Bingen wurde im Jahr 1098 im heutigen Deutschland als zehntes Kind einer adeligen Familie geboren. In jungem Alter übergeben ihre Eltern sie an eine klösterliche Benediktiner-Gemeinschaft zur geistlichen Erziehung. Dort wird Hildegard als junge Nonne nicht nur über die Heilige Schrift unterrichtet, sondern auch Latein, Mathematik, Rhetorik, Astronomie, Musik sowie Gartenarbeit gelehrt.


Hildegards Visionen


Hildegard hat schon als Kind erste Visionen, sie sieht darin Tiere und Naturgestalten und hört Stimmen, wird aber erst im Alter von 43 Jahren wieder darüber sprechen. Denn da erhält sie in einer Vision den göttlichen Auftrag, festzuhalten, was sie sieht.


Scivias, Physica & Causa et Curae


Im Jahr 1151 entstand Hildegards erste bedeutende Schrift mit dem Titel Scivias (Wisse die Wege), ihr theologisches Werk. Daraufhin folgten noch weitere Schriften. In Physica (Naturheilkunde), Hildegards berühmtester Schrift, schreibt sie über die Heilwirkung von Pflanzen und Bäumen und beschreibt Flora und Fauna. In Causa et Curae (Heilkunde) behandelt sie Ursache und Behandlung von Krankheiten und seelischen Leiden.


Eine unkonventionelle Nonne


Hildegards Schriften machten sie weit über ihren Heimatort hinaus bekannt. Sie führte einen regen Briefwechsel und schrieb nicht nur an andere Nonnen und Mönche, sondern auch mit Königen, Bischöfen und Päpsten. Darüber hinaus begab sie sich auf Predigtreisen durch Deutschland und teilte ihr Wissen und ihre Visionen direkt mit den Menschen, was für eine Frau in der damaligen Zeit nicht nur ungewöhnlich war, sondern auch einem Verstoß gegen kirchliche Vorschriften gleichkam, denn so etwas war eigentlich Priestern vorbehalten.


Hildegard von Bingen veröffentlichte nicht nur ihre bekannten Schriften, sondern gründete auch ihr eigenes Kloster und war Komponistin. Sie starb im damals sehr hohen Alter von 82 Jahren und wurde schließlich im Jahr 2012 heiliggesprochen.


Hildegard von Bingen.
Hildegard von Bingen.

Jeanne Baret (1740-1807)

Die Französin war nicht nur eine Kräuterkundige und Botanikerin, sie soll auch als erste Frau die Welt umsegelt haben - und das schaffte sie, indem sie sich als Mann verkleidete. Denn für eine Frau war so ein Unterfangen zur damaligen Zeit nahezu unmöglich.


Von Frankreich aus um die Welt


Die Abenteurerin und Botanikerin Jeanne Baret war bereits als Kräuterkundige in ihrer Heimatstadt bekannt, doch sie wollte die Welt bereisen und Pflanzen erforschen. Die Reise begann auf der Expedition des französischen Seefahrers und Offiziers Louis Antoine de Bougainville in Richtung Südpazifik.


Baret ging - verkleidet als Mann - als Assistent des Botanikers der Expedetion Philibert Commerson, der ihre wahre Identität kannte, an Bord. Die Verkleidung war notwendig, denn die Anwesenheit von Frauen waren in der französischen Marine zu dieser Zeit grundsätzlich verboten.


Wichtiger Beitrag zur Botanik


Baret und Commerson trennten sich auf Mauritius von der restlichen Expedition und verbrachten fünf Jahre auf der Insel, in denen sie über 6000 Pflanzenarten sammelten. Heute befindet sich diese Sammlung im Muséum national d’histoire naturelle, einem wichtigen Naturkundemuseum in Paris, und stellt einen bemerkenswerten Beitrag zur Botanik dar.


Neben ihrem Wirken in der Pflanzenwelt hat Baret durch ihre Abenteuer auch einen Rekord aufgestellt. Es wird angenommen, dass sie die erste Frau ist, die den Globus umsegelt hat.


Jeanne Baret.
Jeanne Baret.

Maria Treben (1907-1991)

Die berühmte österreichische Kräuterkundige und Autorin wurde als zweite von drei Töchtern in Saaz, im damaligen Österreich-Ungarn geboren. Treben interessierte sich schon früh für die Natur und ihre Pflanzen, auch motiviert von ihrer Mutter, die großer Kneipp-Fan war.


Treben und ihre Familie wurden als Sudetendeutsche nach dem 2. Weltkrieg ausgesiedelt und sie verbrachten mehrere Jahre in Lagern. Dort erkrankten sie und ihr Sohn an einer schweren Infektionskrankheit, die sich nicht besserte, woraufhin sie in ein Krankenhaus überstellt wurden. Da die notwendigen Medikamente fehlten, riet der dortige Chefarzt den Krankenschwestern, Schöllkraut zu sammeln und Maria Treben den Saft davon einzuflößen, woraufhin sich ihr Zustand besserte. Das war ein Schlüsselerlebnis für Treben und brachte sie zur Kräuterkunde. Das Schöllkraut blieb eine ihrer Lieblingspflanzen.


Der kleine Schwedenbitter


Es sprach sich herum, dass Treben sich mit Hausmitteln und Heilkräutern beschäftigte und so gelangte sie durch einen Bekannten an eine Abschrift über Schwedenkräuter. Dabei handelte es sich um ein Rezept des schwedischen Arztes Dr. Samst zur Herstellung eines Kräuterextraktes, das dieser auch Lebenselixier nannte und worauf er selbst schwor - Samst lebte ein langes Leben und starb durch einen Reitunfall im Alter von 104 Jahren. Vielen ist heute der Schwedenbitter nach Maria Treben ein Begriff.


Gesundheit aus der Apotheke Gottes


Mit der Zeit begann Treben, Vorträge zu halten und schrieb eine Kräuter-Kolumne in einer kirchlichen Zeitschrift namens Ringelblume. Ihre Bekanntheit steigerte sich und 1980 veröffentlichte sie ihr erstes Buch mit dem Titel Gesundheit aus der Apotheke Gottes, das Millionenauflagen erreichte. Auch ihre darauffolgenden Bücher wurden zu Bestsellern. Trebens Vortragstätigkeit führte sie quer durch Österreich und Deutschland und sogar bis in die USA.


Maria Treben.
Maria Treben.

María Sabina (1894-1985)

Die Mexikanerin María Sabina war eine mazatekische Curandera und Sabia, eine Heilerin und Wissende des indigenen mexikanischen Volkes der Mazateken. Sie lebte und wirkte in ihrem Heimatdorf Huautla de Jiménez in der Sierra Mazateca im Süden Mexikos.


Magische Pilze


Die Schamanin war bekannt für ihre Arbeit mit Pilzen. Sie war die erste, die in ihr Velada-Ritual auch westliche Menschen aufnahm. Bei Velada handelt es sich um ein schamanisches Heilungsritual, das von mazatekischen Curanderas unter der Verwendung von psilocybinhaltigen Pilzen durchgeführt wurde. Die halluzinogenen Pilze sind auch als Magic Mushrooms bekannt.


Ungewollt berühmt


1955 nahmen der amerikanische Ethnomykologe R. Gordon Wasson und seine Frau, die russische Wissenschaftlerin Valentina Wasson, an Sabinas Velada-Ritual teil. Nachdem Wasson darüber einen Artikel im Life Magazine mit dem Titel Seeking the Magic Mushroom und später Bücher schrieb, wurde Sabina bekannt und Menschen aus den USA überrannten ihr abgelegenes Dorf Huautla de Jiménez, um die magischen Pilze auszuprobieren und die damit einhergehenden Halluzinationen zu erfahren. Gerüchteweise waren auch Bob Dylan, John Lennon und Keith Richards unter den Besuchern, Beweise gibt es dafür allerdings nicht.


Die vermeintliche Drogendealerin


Die andauernde Belagerung von María Sabinas Dorf erweckte sogar die Aufmerksamkeit der mexikanischen Polizei, die glaubte, sie sei eine Drogendealerin. Die Dynamik im Dorf wurde aus dem gewohnten Rhythmus geworfen und die anderen Bewohner gaben Sabina dafür die Schuld und sie wurde ausgegrenzt. Erst nachdem die mexikanische Armee einschritt und ungebetenen Gästen den Zugang zum Dorf verwehrte, kehrte wieder Ruhe ein.


Heute wird Sabina in ihrem Heimatort als heilig angesehen, jedoch wird ihr Bild auch verwendet, um die verschiedensten Produkte zu vermarkten.


María Sabina.
María Sabina.

Emma Dupree (1897-1996)

Die Kräuterkundige und Heilerin Emma Dupree wurde im ländlichen North Carolina in den USA als Tochter von ehemals versklavten, dann freien Afro-Amerikanern geboren. Sie hatte viele Spitznamen wie Woods Gal, Little Medicine Thing und später Granny Woman, ein Name der in der Appalachen-Region älteren Naturheilpraktikerinnen und Hebammen gegeben wurde.